Die Hassen Laufen

Da ich nicht nur im Dachgeschoss eines 5 stöckigen, wunderschönen Hauses wohne, sondern auch noch gerne über das Internet einkaufe, kommt es schon des öfteren vor, dass ein Bote ca 120 Stufen steigen muss um mir meine bezahlte Ware zu liefern. Bei der Gelegenheit ist mir schon des Öfteren eine gesunde Farbe im Gesicht des Menschen aufgefallen, der mir mit leicht zitternder Hand das digitale Signierungsgerät hinhällt.

Kürzlich fand ich dann auf dem Heimweg in meinem Postkasten einen blauen Zettel. Ah, der Lieferservice war wohl da, dachte ich mir. Nur komisch, dass ich die Sendung vom Amt abholen sollte, wo doch sonst immer jemand im Hause so freundlich ist, die Sendung anzunehmen.

In meiner Behausung angekommen stelle ich fest, dass sogar jemand zum fraglichen Zeitpunkt der Lieferung zu Hause war, die Hauseingangstür per elektronischem Öffner öffnete und nichts von der vermeintlich eingetretenen Person zu Gesicht bekam. Das verärgerte mich. Ich beschloss mich über diesen faulen Dienstleistungsüberbringer zu beschweren, da ich ja nun so oder so zum Amt laufen musste, um an die von mir, inklusive frei Wohnung, bezahlte Ware zu kommen.

Am nächsten Tag gehe ich also hin, lege meinen blauen Zettel auf den Tresen und bekomme zunächst endlich mein Päckchen. Sogleich möchte ich den etwas rundlich gebauten, bärtigen ‘Beamten’ über meine Beschwerde aufklären, entgegnet er mir doch kaltschnäuzig “da sind sie bei mir an der falschen Adresse, da müssen Sie das Servicetelefon benutzen!”

Das kann nicht wahr sein, denke ich. Zur Erklärung: die sympathischen Personen am Ende der Leitung haben keine wirkliche Möglichkeit den Service zu verbessern und wollen das wahrscheinlich auch gar nicht. Zumindest war das beim letzten mal, als eine Sendung demoliert bei mir ankam, der Fall.

Ich halte dem Herren in Blau Gelb also entgegen: “Gut, dann möchte ich Ihren Chef sprechen.” Daraufhin druckst er herum, ich könne mich höchstens noch bei der Versandzentrale sonstewo melden, und “einen Chef kenne ich nicht”. Ab da war alles klar. Der Dienstleister wollte zum einen seine Leistungen nicht nur nicht vollständig, selbstständig erbringen, sondern verleugnet auch noch seinen Chef ... oder hatte ich etwa den BigBoss der Firma vor mir?

Fazit ist: in einem freien Unternehmen ohne eine gewisse monopolistische Stellung wären die beiden Mitarbeiter wohl sofort gefeuert worden, weil sie die Dienstleistung nicht erbrigen konnten und falsche Aussagen einem Kunden gegenüber tätigen.

Na dann P( r )ost!